Forschungsgeschichte

Adaptogene sind in Pflanzen und Pilzen vorkommende Wirkstoffe, die in ihrem Zusammenwirken den Körper dabei unterstützen, sich zu energetisieren, das Zusammenarbeiten seiner Organe zu harmonisieren, sein Immun- und Nervensystem zu unterstützen und den schädigenden Auswirkungen von Stress und Emotionen auf Organe entgegenzuwirken. Sie tun dies, indem sie den Körper dabei helfen, sich gegen physischen und mentalen Stress zu schützen oder mit Stressoren so umzugehen, dass der Körper keinen dauerhaften Schaden erleidet. Adaptogene machen den Organismus also widerstandsfähiger gegenüber von außen einwirkenden oder selbst erzeugten Stressoren und stimulieren die überwiegend unspezifischen Abwehrmechanismen gegen Krankheitserreger, sie erhalten oder stärken das Immunsystem. In diesem Sinne haben sie „Anti-Aging“- Eigenschaften. Sie verstärken die körpereigenen Abwehrkräfte, geben dem Körper durch die Vielzahl der bioaktiven Wirkstoffe mehr Energie. Andere Pflanzen und Pilze können auch viel leisten, sie gehören jedoch einer Klasse an, die nicht mit der Wirkkraft, dem energetischen Potential und damit dem Nutzen von Adaptogenen gleichzusetzen ist. Die modernen Erkenntnisse zu Adaptogenen gehen auf russische Forschungen zurück, die Jahrzehnte zurückliegen, jedoch in traditionellen Ansätzen aus China, Indien und Europa bereits erforscht und praktiziert wurden.

Russische Forscher waren daran interessiert, Pflanzen zu finden, welche Menschen, die großen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt waren, Hilfe bieten konnten. Dabei stießen sie früh auf Ginseng, Schisandra, Rhodiola, Eleuthero (Sibirischer Ginseng), welche auch im Fernen Osten Russlands geerntet wurden. Testpersonen waren hochgradigem Stress ausgesetzte Athleten, Astronauten, Militärs und Seeleute. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass man diesen Personengruppen die Heilpflanzen zur Einnahme empfahl (siehe Antoshechkin und die dort ausgewerteten Forschungsergebnisse).

Rosenwurz (Rhodiola rosea) – eine Pflanze mit adaptogenen Eigenschaften

Die jüngere Forschung konnte die russischen Erfahrungen bestätigen und die zugrundeliegenden Wirkungsmechanismen transparenter machen. Diese Forschungen stützen die Erkenntnisse der traditionellen Medizin in Ostasien (China, Japan, Korea, Indien), sind aber auch mit europäischen Einsichten der Pflanzenheilkunde vereinbar (Schilcher u. a.).
Der Begriff Adaptogen geht auf die russische Forschung zurück. Adapt bedeut anpassen des Körpers an physische, chemische und biologische Stressoren. Adaptogene sind selten – nur nicht im Marketing. Da die Wirkkraft von Adaptogenen sich allmählich herumspricht, werden zunehmend mehr Pflanzen adaptogene Eigenschaften zugeschrieben. Ist Maca ein Adaptogen? Ist Efeu ein Adaptogen? Oder Kaffee? Oder Guarana? Oder Kava-Kava?

Wie der Leser schnell sieht, kommen die Adaptogene bisher weitestgehend aus Ostasien (Indien eingeschlossen). Dies bedeutet natürlich nicht, dass es in anderen Regionen keine gäbe. Nur haben wir noch keine entdeckt. Von den Heilpflanzen Europas besitzt wohl keine adaptogene Eigenschaften. Ein Grund scheint sicherlich der zu sein, dass die Vielfalt an Pflanzen einschließlich Heilpflanzen in tropischen und subtropischen Regionen und Extremklimazonen (Sibirien, Tibet), die Europas um ein Mehrfaches übertrifft. Als Beispiel dient uns Thailand: dort gibt es über 15.000 pflanzliche Spezies, in Europa etwa 3.000 (Lehner).

Die westliche Medizin interessiert sich für Heilpflanzen, weil sie spezifische Krankheiten therapieren könnten. So wurde Efeu (Hedera helix) zur Heilpflanze des Jahres 2010 gekürt, weil seine pharmakologische Wirkung bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen und akuten Entzündungen der Atemwege helfen soll. Das könnten einige Adaptogene auch. Aber ihr „Trick“ ist die nicht-spezifische Wirkung. Sie sind all-rounder. „Zehnkämpfer“. Sie beschäftigen sich mit dem gesamten Körper, nicht zuletzt dem gesunden. Sie dienen nicht der Bekämpfung spezifischer Krankheitsherde.
Wir betonen Forschungserkenntnisse. Wir sind in ein Netzwerk eingebunden, welches uns täglich mit 50-70 neuen wissenschaftlichen Beiträgen versorgt.

Die Forschungen zu Adaptogenen stützen sich auf drei Quellen:

  1. Moderne Methoden, einschließlich sogenannter evidenzbasierter Verfahren. Die Forschung zu Adaptogenen ist nicht einfach, weil sie viele Wirkstoffe enthalten. Welcher Wirkstoff ist wofür verantwortlich? Man liest daher gelegentlich Kritisches von Wissenschaftlern, von den Medien dann aufgegriffen, die gewohnt sind , nach dem Prinzip one drug one, one target arbeiten, also nach den Verfahren, nach denen Medikamente erforscht und produziert werden. Adaptogene sind keine Medikamente. Man kann Adaptogene wie Medikamente testen, aber nicht nur, weil dadurch ein wesentlicher Wirkungsbereich verloren geht. Im Bereich der Forschung über Adaptogene gibt es keinen Einfluss kommerzieller Interessen. Ein Wissenschaftler verdient nicht daran, wenn er etwas über Astragalus oder Reishi schreibt.
  2. Erfahrungen der Menschen: Adaptogene werden seit Jahrhunderten, teilweise seit Jahrtausenden von Menschen und Tieren genutzt. Die Indianer in Nordamerika aßen seit Urzeiten regelmäßig Amerikanischen Ginseng. Cordyceps wurde von Menschen entdeckt, als sie beobachteten, warum Tiere, etwa im Hochland von Tibet, wenn sie Cordyceps fraßen, so fruchtbar und langlebig wurden und sich unter härtesten klimatischen Bedingungen immer noch wohl fühlten. Warum sollten Menschen Wirkstoffkomplexe über Tausende von Jahren zu sich nehmen, wenn ihre Körper darunter leiden?
  3. Die traditionelle chinesische und indische Medizin. Die erste wissenschaftliche Untersuchung zu Ginseng wurde in China im ersten Jahrhundert veröffentlicht (siehe Park und andere). Sie fußt auf Erfahrungsberichten und der Sichtweise der traditionellen chinesischen Medizin. Die damals festgehaltenen Erkenntnisse sind auch heute noch gültig (Park u.a., 2012).

 

Blüten der Rosenwurz (Rhodolia rosea) Pflanze

 

 

Copyright Adaptogenics. Die kommerzielle Nutzung der hier aufbereiteten Informationen durch Dritte ist untersagt.

Haftungsausschluss: Jegliche Haftung, insbesondere für eventuelle Schäden oder Konsequenzen, die durch die Nutzung der hier angebotenen Informationen entstehen, sind ausgeschlossen. Die hier dargestellten Produkte und Informationen dienen nicht dazu, eine Krankheit zu behandeln, zu heilen, zu Diagnostizieren oder zu verhindern. Die Information dient nicht zur Behandlung von Erkrankungen. Wer Arzneien einnimmt, sollte vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel seinen Arzt oder Heilpraktiker zu Rate ziehen.

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Forschungsgeschichte

Adaptogene sind in Pflanzen und Pilzen vorkommende Wirkstoffe, die in ihrem Zusammenwirken den Körper dabei unterstützen, sich zu energetisieren, das Zusammenarbeiten seiner Organe zu harmonisieren, sein Immun- und Nervensystem zu unterstützen und den schädigenden Auswirkungen von Stress und Emotionen auf Organe entgegenzuwirken. Sie tun dies, indem sie den Körper dabei helfen, sich gegen physischen und mentalen Stress zu schützen oder mit Stressoren so umzugehen, dass der Körper keinen dauerhaften Schaden erleidet. Adaptogene machen den Organismus also widerstandsfähiger gegenüber von außen einwirkenden oder selbst erzeugten Stressoren und stimulieren die überwiegend unspezifischen Abwehrmechanismen gegen Krankheitserreger, sie erhalten oder stärken das Immunsystem. In diesem Sinne haben sie „Anti-Aging“- Eigenschaften. Sie verstärken die körpereigenen Abwehrkräfte, geben dem Körper durch die Vielzahl der bioaktiven Wirkstoffe mehr Energie. Andere Pflanzen und Pilze können auch viel leisten, sie gehören jedoch einer Klasse an, die nicht mit der Wirkkraft, dem energetischen Potential und damit dem Nutzen von Adaptogenen gleichzusetzen ist. Die modernen Erkenntnisse zu Adaptogenen gehen auf russische Forschungen zurück, die Jahrzehnte zurückliegen, jedoch in traditionellen Ansätzen aus China, Indien und Europa bereits erforscht und praktiziert wurden.

Russische Forscher waren daran interessiert, Pflanzen zu finden, welche Menschen, die großen körperlichen und psychischen Belastungen ausgesetzt waren, Hilfe bieten konnten. Dabei stießen sie früh auf Ginseng, Schisandra, Rhodiola, Eleuthero (Sibirischer Ginseng), welche auch im Fernen Osten Russlands geerntet wurden. Testpersonen waren hochgradigem Stress ausgesetzte Athleten, Astronauten, Militärs und Seeleute. Die Ergebnisse waren so überzeugend, dass man diesen Personengruppen die Heilpflanzen zur Einnahme empfahl (siehe Antoshechkin und die dort ausgewerteten Forschungsergebnisse).

Rosenwurz (Rhodiola rosea) – eine Pflanze mit adaptogenen Eigenschaften

Die jüngere Forschung konnte die russischen Erfahrungen bestätigen und die zugrundeliegenden Wirkungsmechanismen transparenter machen. Diese Forschungen stützen die Erkenntnisse der traditionellen Medizin in Ostasien (China, Japan, Korea, Indien), sind aber auch mit europäischen Einsichten der Pflanzenheilkunde vereinbar (Schilcher u. a.).
Der Begriff Adaptogen geht auf die russische Forschung zurück. Adapt bedeut anpassen des Körpers an physische, chemische und biologische Stressoren. Adaptogene sind selten – nur nicht im Marketing. Da die Wirkkraft von Adaptogenen sich allmählich herumspricht, werden zunehmend mehr Pflanzen adaptogene Eigenschaften zugeschrieben. Ist Maca ein Adaptogen? Ist Efeu ein Adaptogen? Oder Kaffee? Oder Guarana? Oder Kava-Kava?

Wie der Leser schnell sieht, kommen die Adaptogene bisher weitestgehend aus Ostasien (Indien eingeschlossen). Dies bedeutet natürlich nicht, dass es in anderen Regionen keine gäbe. Nur haben wir noch keine entdeckt. Von den Heilpflanzen Europas besitzt wohl keine adaptogene Eigenschaften. Ein Grund scheint sicherlich der zu sein, dass die Vielfalt an Pflanzen einschließlich Heilpflanzen in tropischen und subtropischen Regionen und Extremklimazonen (Sibirien, Tibet), die Europas um ein Mehrfaches übertrifft. Als Beispiel dient uns Thailand: dort gibt es über 15.000 pflanzliche Spezies, in Europa etwa 3.000 (Lehner).

Die westliche Medizin interessiert sich für Heilpflanzen, weil sie spezifische Krankheiten therapieren könnten. So wurde Efeu (Hedera helix) zur Heilpflanze des Jahres 2010 gekürt, weil seine pharmakologische Wirkung bei chronisch-entzündlichen Bronchialerkrankungen und akuten Entzündungen der Atemwege helfen soll. Das könnten einige Adaptogene auch. Aber ihr „Trick“ ist die nicht-spezifische Wirkung. Sie sind all-rounder. „Zehnkämpfer“. Sie beschäftigen sich mit dem gesamten Körper, nicht zuletzt dem gesunden. Sie dienen nicht der Bekämpfung spezifischer Krankheitsherde.
Wir betonen Forschungserkenntnisse. Wir sind in ein Netzwerk eingebunden, welches uns täglich mit 50-70 neuen wissenschaftlichen Beiträgen versorgt.

Die Forschungen zu Adaptogenen stützen sich auf drei Quellen:

  1. Moderne Methoden, einschließlich sogenannter evidenzbasierter Verfahren. Die Forschung zu Adaptogenen ist nicht einfach, weil sie viele Wirkstoffe enthalten. Welcher Wirkstoff ist wofür verantwortlich? Man liest daher gelegentlich Kritisches von Wissenschaftlern, von den Medien dann aufgegriffen, die gewohnt sind , nach dem Prinzip one drug one, one target arbeiten, also nach den Verfahren, nach denen Medikamente erforscht und produziert werden. Adaptogene sind keine Medikamente. Man kann Adaptogene wie Medikamente testen, aber nicht nur, weil dadurch ein wesentlicher Wirkungsbereich verloren geht. Im Bereich der Forschung über Adaptogene gibt es keinen Einfluss kommerzieller Interessen. Ein Wissenschaftler verdient nicht daran, wenn er etwas über Astragalus oder Reishi schreibt.
  2. Erfahrungen der Menschen: Adaptogene werden seit Jahrhunderten, teilweise seit Jahrtausenden von Menschen und Tieren genutzt. Die Indianer in Nordamerika aßen seit Urzeiten regelmäßig Amerikanischen Ginseng. Cordyceps wurde von Menschen entdeckt, als sie beobachteten, warum Tiere, etwa im Hochland von Tibet, wenn sie Cordyceps fraßen, so fruchtbar und langlebig wurden und sich unter härtesten klimatischen Bedingungen immer noch wohl fühlten. Warum sollten Menschen Wirkstoffkomplexe über Tausende von Jahren zu sich nehmen, wenn ihre Körper darunter leiden?
  3. Die traditionelle chinesische und indische Medizin. Die erste wissenschaftliche Untersuchung zu Ginseng wurde in China im ersten Jahrhundert veröffentlicht (siehe Park und andere). Sie fußt auf Erfahrungsberichten und der Sichtweise der traditionellen chinesischen Medizin. Die damals festgehaltenen Erkenntnisse sind auch heute noch gültig (Park u.a., 2012).

 

Blüten der Rosenwurz (Rhodolia rosea) Pflanze

 

 

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