Besteht bei Ginseng die Gefahr von Nebenwirkungen?

Wir kennen keine Untersuchungen, welche einen schädlichen oder negativen Einfluss von Ginseng auf die Wirkung von Medikamenten haben (was nicht heißt, daß es solche nicht gibt. Wir wissen es aber nicht). Eine jüngere Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß Ginseng die Aufnahme von Medikamenten nicht behindert. 

Vorsicht könnte angebracht sein, wenn jemand den Blutzucker senkende Arzneimittel einnimmt, da Ginseng deren Wirkung erhöhen könnte. Gleichfalls könnte Ginseng die Wirkung von Warfarin (Coumadin) erhöhen. Oft wird auf darauf verwiesen, asiatischer Ginseng könnte den Blutdruck steigern. Diese Aussage beruht vor allem auf Erkenntnissen einer fast 30 Jahre alten Untersuchung von Ronald Siegel, die jedoch mehrfach in ihren Ergebnissen widerlegt wurde. Der Forscher hat die Wirkungen von Koffein und Ginseng nicht auseinandergehalten (siehe zu diesen Aussagen Winston & Maimes, Adaptogens, S. 146, S. 57). 

Eine jüngere Untersuchung hat viele Forschungen zu Ginseng ausgewertet. Ergebnis: „Keine ernsten Negativwirkungen wurden festgestellt.”

Dennoch ist zu erwähnen: Ginseng kann sehr stark wirken, vor allem die Gehirnaktivität mobilisieren und für manche Verbraucher zu viel körperliche Energie erzeugen. Insbesondere Frauen mögen daher Ginseng nicht so gern. Dagegen hilft unter anderem folgendes:

  1. Ginseng in geringen Mengen einnehmen. Diese Angebote sind oft in Drogerien verfügbar. Man muss hier genau auf die Inhaltsangaben achten. Die Qualität und die Belastung durch Schwermetalle und Pestizide bleiben in der Regel unbekannt.

  2. Man kann ein gut mit Ginsenosiden dosiertes Produkt kaufen, dessen Wirkungen jedoch im mittleren Bereich liegen. Dies kann auch aus Wurzeln aus dem Stamm und Blättern der Pflanze stammen (Die Wirkstoffe sind identisch).

  3. Man kann auf andere Ginsengs ausweichen, insbesondere Amerikanischen Ginseng, oder mit anderen Wirkstoffen aber vergleichbaren Wirkungen Ashwagandha oder Eleuthero. In Russland zur Zeiten der Sowjetunion ist man früh auf Eleuthero umgestiegen, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen, weil der Asiatische Ginseng zu teuer wurde (Yance, 2013).

 

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Literaturverzeichnis:

Auf welche Quellen stützen sich die oben gemachten Aussagen? Dem Leser sei gesagt, daß Teepower die neueste wissenschaftliche Literatur zu Heilpflanzen, insbesondere Adaptogenen, ständig auswertet. Ginseng ist das am meisten erforschte adaptogene Heilkraut. Über 5000 Artikel allein in Englisch (Stand Mitte 2015). 

Interessant ist, Forschungsbeiträge von koreanischen Wissenschaftlern zu lesen. Wir kennen keinen, der den sog. Roten Ginseng nicht über den Himmel lobt bzw. der zum Roten kritische Andeutungen macht. Vorsicht ist somit angebracht. Leider ist selbst bei einem so bekannten Heilkraut wie Ginseng der Informationsstand bescheiden. Die jüngere Forschung ist selten bekannt. Irrtümer und Vorurteile bleiben verbreitet.

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Dharmananda Subhuti: The Nature of Ginseng: From Traditional Use to Modern Research

Etemadifar , M. u.a., Ginseng in the treatment of fatigue, Int J Neurosci. 2013 Jul;123(7):480-6

Fatmawati S, Ersam T, Yu H, Zhang C, Jin F, Shimizu K: 20(S)-Ginsenoside Rh2 as aldose reductase inhibitor from Panax ginseng, Bioorg Med Chem Lett. 2014 Sep 15;24(18):4407-9.

Im, DS & Nah SY: Yin and Yang of ginseng pharmacology: ginsenosides vs gintonin, Acta Pharmacol Sin. 2013 Nov;34(11):1367-73

Kim, Dong-Hyun: Chemical diversity of Panax ginseng, J Ginseng Research, 36 (1): 1-15.

Kim HG1, Cho JH, Yoo SR, Lee JS, Han JM, Lee NH, Ahn YC, Son CG., Antifatigue effects of Panax ginseng C.A. Meyer: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial, PLoS One. 2013 Apr 17;8(4).

Lee, CH & Kim, JH: A review on the medicinal potentials of ginseng and ginsenosides on cardiovascular diseases, J Ginseng Res. 2014 Jul;38(3):161-6.

Mohr, Klaus: „Heilpflanze zur Verbesserung der inneren Widerstandskraft“, erschienen in der Reformrundschau. 

Klaus Mohr hat im Übrigen ein bemerkenswertes Buch geschrieben, welches wir nur empfehlen können: Naturheilkunde für den Alltag, 4. Auflage, 2006.

Qi F, Zhao L, Zhou A, Zhang B, Li A, Wang Z, Han J, The advantages of using traditional Chinese medicine as an adjunctive therapy in the whole course of cancer treatment instead of only terminal stage of cancer, Biosci Trends. 2015 Feb;9(1):16-34.

Schilcher, Heinz, Susanne Kammerer, Tankred Wegener, unter Mitarbeit von Daniela Volkmann, Leitfaden Phytotherapie, 2007.

Servan-Schreiber, David: Die Neue Medizin der Emotionen. Stress, Angst, Depression. Gesund werden ohne Medikamente. 12. Auflage, Goldman, 2006.

Shergis JL, Zhang AL, Zhou W, Xue CC: Panax ginseng in randomised controlled trials: a systematic review, Phytother Res. 2013 Jul;27(7):949-65.

Son, E.H. und andere: Effects of Korean Ginseng and wild simulated cultivation ginseng for muscle strength and endurance, Korean Journal of Plant Research, 2o12, 25 (6): 657-663.

Suzuki T, Yamamoto A, Ohsawa M, Motoo Y, Mizukami H, Makino T., Ninjin'yoeito and ginseng extract prevent oxaliplatin-induced neurodegeneration in PC12 cells, J Nat Med. 2015 May 27.

Tabachnik, B. & Dean, W.: Adaptogens: Natural protection for stress maladaptions and recovery. 1999

Vignutelli, Alberto: Adaptogene: Die Wissenschaft hinter dem Konzept. Zwei Beispiele: Panax ginseng und Rhodiola rosea. 2009.

Winston, David & Maimes, Steven: Adaptogens. Herbs for strength, stamina and stress relief, 2007.

Yance, Donald, Adaptogens in medical herbalism, Rochester: Healing Arts Press, 2013.

 

Das Folgende ist anzufügen:

Ginseng ist ein Nahrungsergänzungsmittel. Es dient weder der Prävention und Diagnose, noch der Therapie von Krankheiten. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.

Alle Angaben ohne Gewähr. Jegliche Verwendung über den privaten Gebrauch hinaus bitte nur mit Genehmigung von Adaptogenics. Dies schließt die Abbildungen ein. Jegliche Haftung, insbesondere für eventuelle Schäden oder Konsequenzen, die durch die Nutzung des angebotenen Wissensstoffes entstehen, sind ausgeschlossen. Wir übernehmen keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier zur Verfügung gestellten Informationen. Copyright Adaptogenics.

Wir kennen keine Untersuchungen, welche einen schädlichen oder negativen Einfluss von Ginseng auf die Wirkung von Medikamenten haben (was nicht heißt, daß es solche nicht gibt. Wir wissen es aber... mehr erfahren »
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Besteht bei Ginseng die Gefahr von Nebenwirkungen?

Wir kennen keine Untersuchungen, welche einen schädlichen oder negativen Einfluss von Ginseng auf die Wirkung von Medikamenten haben (was nicht heißt, daß es solche nicht gibt. Wir wissen es aber nicht). Eine jüngere Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß Ginseng die Aufnahme von Medikamenten nicht behindert. 

Vorsicht könnte angebracht sein, wenn jemand den Blutzucker senkende Arzneimittel einnimmt, da Ginseng deren Wirkung erhöhen könnte. Gleichfalls könnte Ginseng die Wirkung von Warfarin (Coumadin) erhöhen. Oft wird auf darauf verwiesen, asiatischer Ginseng könnte den Blutdruck steigern. Diese Aussage beruht vor allem auf Erkenntnissen einer fast 30 Jahre alten Untersuchung von Ronald Siegel, die jedoch mehrfach in ihren Ergebnissen widerlegt wurde. Der Forscher hat die Wirkungen von Koffein und Ginseng nicht auseinandergehalten (siehe zu diesen Aussagen Winston & Maimes, Adaptogens, S. 146, S. 57). 

Eine jüngere Untersuchung hat viele Forschungen zu Ginseng ausgewertet. Ergebnis: „Keine ernsten Negativwirkungen wurden festgestellt.”

Dennoch ist zu erwähnen: Ginseng kann sehr stark wirken, vor allem die Gehirnaktivität mobilisieren und für manche Verbraucher zu viel körperliche Energie erzeugen. Insbesondere Frauen mögen daher Ginseng nicht so gern. Dagegen hilft unter anderem folgendes:

  1. Ginseng in geringen Mengen einnehmen. Diese Angebote sind oft in Drogerien verfügbar. Man muss hier genau auf die Inhaltsangaben achten. Die Qualität und die Belastung durch Schwermetalle und Pestizide bleiben in der Regel unbekannt.

  2. Man kann ein gut mit Ginsenosiden dosiertes Produkt kaufen, dessen Wirkungen jedoch im mittleren Bereich liegen. Dies kann auch aus Wurzeln aus dem Stamm und Blättern der Pflanze stammen (Die Wirkstoffe sind identisch).

  3. Man kann auf andere Ginsengs ausweichen, insbesondere Amerikanischen Ginseng, oder mit anderen Wirkstoffen aber vergleichbaren Wirkungen Ashwagandha oder Eleuthero. In Russland zur Zeiten der Sowjetunion ist man früh auf Eleuthero umgestiegen, nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen, weil der Asiatische Ginseng zu teuer wurde (Yance, 2013).

 

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Literaturverzeichnis:

Auf welche Quellen stützen sich die oben gemachten Aussagen? Dem Leser sei gesagt, daß Teepower die neueste wissenschaftliche Literatur zu Heilpflanzen, insbesondere Adaptogenen, ständig auswertet. Ginseng ist das am meisten erforschte adaptogene Heilkraut. Über 5000 Artikel allein in Englisch (Stand Mitte 2015). 

Interessant ist, Forschungsbeiträge von koreanischen Wissenschaftlern zu lesen. Wir kennen keinen, der den sog. Roten Ginseng nicht über den Himmel lobt bzw. der zum Roten kritische Andeutungen macht. Vorsicht ist somit angebracht. Leider ist selbst bei einem so bekannten Heilkraut wie Ginseng der Informationsstand bescheiden. Die jüngere Forschung ist selten bekannt. Irrtümer und Vorurteile bleiben verbreitet.

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Dharmananda Subhuti: The Nature of Ginseng: From Traditional Use to Modern Research

Etemadifar , M. u.a., Ginseng in the treatment of fatigue, Int J Neurosci. 2013 Jul;123(7):480-6

Fatmawati S, Ersam T, Yu H, Zhang C, Jin F, Shimizu K: 20(S)-Ginsenoside Rh2 as aldose reductase inhibitor from Panax ginseng, Bioorg Med Chem Lett. 2014 Sep 15;24(18):4407-9.

Im, DS & Nah SY: Yin and Yang of ginseng pharmacology: ginsenosides vs gintonin, Acta Pharmacol Sin. 2013 Nov;34(11):1367-73

Kim, Dong-Hyun: Chemical diversity of Panax ginseng, J Ginseng Research, 36 (1): 1-15.

Kim HG1, Cho JH, Yoo SR, Lee JS, Han JM, Lee NH, Ahn YC, Son CG., Antifatigue effects of Panax ginseng C.A. Meyer: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial, PLoS One. 2013 Apr 17;8(4).

Lee, CH & Kim, JH: A review on the medicinal potentials of ginseng and ginsenosides on cardiovascular diseases, J Ginseng Res. 2014 Jul;38(3):161-6.

Mohr, Klaus: „Heilpflanze zur Verbesserung der inneren Widerstandskraft“, erschienen in der Reformrundschau. 

Klaus Mohr hat im Übrigen ein bemerkenswertes Buch geschrieben, welches wir nur empfehlen können: Naturheilkunde für den Alltag, 4. Auflage, 2006.

Qi F, Zhao L, Zhou A, Zhang B, Li A, Wang Z, Han J, The advantages of using traditional Chinese medicine as an adjunctive therapy in the whole course of cancer treatment instead of only terminal stage of cancer, Biosci Trends. 2015 Feb;9(1):16-34.

Schilcher, Heinz, Susanne Kammerer, Tankred Wegener, unter Mitarbeit von Daniela Volkmann, Leitfaden Phytotherapie, 2007.

Servan-Schreiber, David: Die Neue Medizin der Emotionen. Stress, Angst, Depression. Gesund werden ohne Medikamente. 12. Auflage, Goldman, 2006.

Shergis JL, Zhang AL, Zhou W, Xue CC: Panax ginseng in randomised controlled trials: a systematic review, Phytother Res. 2013 Jul;27(7):949-65.

Son, E.H. und andere: Effects of Korean Ginseng and wild simulated cultivation ginseng for muscle strength and endurance, Korean Journal of Plant Research, 2o12, 25 (6): 657-663.

Suzuki T, Yamamoto A, Ohsawa M, Motoo Y, Mizukami H, Makino T., Ninjin'yoeito and ginseng extract prevent oxaliplatin-induced neurodegeneration in PC12 cells, J Nat Med. 2015 May 27.

Tabachnik, B. & Dean, W.: Adaptogens: Natural protection for stress maladaptions and recovery. 1999

Vignutelli, Alberto: Adaptogene: Die Wissenschaft hinter dem Konzept. Zwei Beispiele: Panax ginseng und Rhodiola rosea. 2009.

Winston, David & Maimes, Steven: Adaptogens. Herbs for strength, stamina and stress relief, 2007.

Yance, Donald, Adaptogens in medical herbalism, Rochester: Healing Arts Press, 2013.

 

Das Folgende ist anzufügen:

Ginseng ist ein Nahrungsergänzungsmittel. Es dient weder der Prävention und Diagnose, noch der Therapie von Krankheiten. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise.

Alle Angaben ohne Gewähr. Jegliche Verwendung über den privaten Gebrauch hinaus bitte nur mit Genehmigung von Adaptogenics. Dies schließt die Abbildungen ein. Jegliche Haftung, insbesondere für eventuelle Schäden oder Konsequenzen, die durch die Nutzung des angebotenen Wissensstoffes entstehen, sind ausgeschlossen. Wir übernehmen keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der hier zur Verfügung gestellten Informationen. Copyright Adaptogenics.

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